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Almabtrieb Schönau am Königssee Berchtesgaden | © BGLT
FESTE IM JAHRESKREIS

Im Berchtesgadener Land sind Kultur und Brauchtum fest verwurzelt und Teil des Lebens im Jahreslauf. Sie durchbrechen den Alltag, geben Anlass zum gemeinsamen Feiern und zur Fröhlichkeit. Lassen Sie sich im Urlaub am Königssee von der guten Laune anstecken und feiern Sie ganz einfach mit!

DAS LEBEN FEIERN

KIRCH- UND ALMFESTE

Die Ursprünge der überlieferten Feste liegen, den Lebensumständen im Berchtesgadener Land entsprechend, im kirchlichen Kalender und im durch die Jahreszeiten bestimmten Almleben. Ostern, der Beginn des Frühlings, die Zeit der Ernte und Einkehr im Advent sind wiederkehrende Momente und Anlässe, die die Menschen seit Jahrhunderten zusammenführen. Der Beginn so manchen Brauchs liegt im Dunkel der vorgeschichtlichen Zeit und viele Feste wurden und werden stets mit neuem Sinn erfüllt. Gefeiert wird in jedem Fall das Leben mit all seinen hell leuchtenden und auch dunklen Seiten.

 


Palmsonntag und Ostern

 

Der christliche Glaube fiel schon früh auf heute bayerischen Boden und die traditionellen Bräuche rund um Ostern werden seit vielen Generationen liebevoll begangen. Am Palmsonntag, dem biblischen Tag des Einzugs Jesu in Jerusalem, werden Palmbuschen gebunden und mit den bunten „Gschabertbandeln“ (gefärbten Hobelspänen) geschmückt. Sie werden während des Gottesdienstes geweiht und auf Felder, Gräber oder hinter das Kruzifix in der Stube gesteckt. Am Ende der Kartage läutet die Osternacht das Auferstehungsfest ein: Während der Festmesse werden die Speisen geweiht, die anschließend beim Familienfrühstück am Ende der Fastenzeit gemeinsam verzehrt werden.

DIE SCHÖNE ZEIT

MAIBAUMAUFSTELLEN UND ALMSOMMER

Im Frühling kehrt die Lebenskraft zurück – überall blüht und sprießt es! In den Tagen rund um den 1. Mai wird in vielen Ortszentren im Berchtesgadener Land traditionell ein Maibaum aufgestellt. Oft in den Farben Weiß und Blau bemalt und mit Zunftzeichen der Handwerker im Ort geschmückt, ist er ein stolzes Zeichen, das die jungen Burschen vor dem Aufstellen sicher verstecken müssen, damit „Diebe“ aus der Nachbargemeinde es nicht entwenden. Das Aufstellen des viele Meter hohen Maibaums erfordert besondere Geschicklichkeit, das erfolgreiche Resultat wird natürlich entsprechend gefeiert.

 

 

Almsommer in Bayern

 

Ende Mai beginnt im Berchtesgadener Land der Almsommer. Das Vieh wird aufgetrieben, Sennerinnen und Senner beginnen mit ihrer Arbeit, die oft auch die Bewirtung von Wandergästen mit einschließt. In den Almhütten wird bis heute oft und gerne musiziert und gesungen, zahlreiche Almfeste und Veranstaltungen bringen diese ganz besondere Art der Berglandwirtschaft auch zahlreichen Gästen näher. Der Übergang vom Berchtesgadener zum Salzburger Land ist am Berg übrigens fließend – mal kehrt man hüben, mal drüben ein!

DEM HERBST ENTGEGEN

ALMABTRIEB UND ALMER WALLFAHRT

Wenn die Nächte kälter und die Schatten länger werden, ist die Zeit des Almabtriebs gekommen. Rechtzeitig vor dem ersten Schneefall kehren Schafe und Rinder von den Almen in ihre angestammten Ställe im Tal zurück. Ist der Sommer glücklich und unfallfrei verlaufen, werden die Tiere „aufgekranzt“. Kunstvolle Gestecke aus Blumen, kleinen Ästen und bunten Bändern, „Fuikl und Latsch’n-Boschn“, zieren die Köpfe von Jungvieh und Kühen. Almabtriebe werden im Berchtesgadener Land ausgiebig mit Musik, Speis und Trank gefeiert und Gäste sind herzlich willkommen. Schon gewusst? Von den Almen am Königssee kehren manche Tiere auf dem Schiff nach Hause zurück!

 

 

Almer Wallfahrt


Die Bartholomä Wallfahrt, die von Maria Alm über das Steinerne Meer nach St. Bartholomä führt, ist eine der ältesten Hochgebirgswallfahrten in ganz Europa. Ganze neun Stunden lang sind die Wallfahrer aus dem Ort Saalfelden im Salzburger Land auf den Füßen, bis Sie in der Kirche am Königssee ihr Ziel erreichen. Was 1635 als Dank für die überstandene Pestepidemie begann, ist bis heute ein beliebtes Unternehmen – bei gutem Wetter sind an die rund 2.500 Pilger und Bergwanderer gemeinsam unterwegs. Der „Vorgeher“ sorgt dafür, dass alle Pilger auf sicheren Pfaden durchs Gebirge kommen; traditionell wird während der Wallfahrt eine Messe gefeiert und musiziert.

DIE STAADE ZEIT

ADVENT UND WEIHNACHTEN

Die Ernte ist eingebracht, das Vieh in den Ställen, die Arbeit am Feld ruht. Jetzt ist die Zeit für Christkindlmärkte, Einkehrbräuche und das „Christkindl-Anschießen“ gekommen. Das Klöcklsingen der Kinder an den drei Donnerstagen im Advent, Buttenmandl und Kramperl gehören zum fixen Brauchtumsinventar der Wochen vor Weihnachten. Besonders den struppigen Strohbuttnmandln und dem Gangerl sieht man ihre heidnische Herkunft gut an – und viele uralte Gebirgsgeister existieren noch heute ganz selbstverständlich neben christlichen Akteuren wie Nikolaus und Engerl.

 

 

Die Weihnachtsschützen


Es scheppert und kracht ohrenbetäubend, wenn die Weihnachtsschützen im Berchtesgadener Talkessel zum „Christkindl-Anschießen“ antreten. Wie so viele Bräuche stammt auch dieser aus heidnischer Zeit, in der man böse Wintergeister mit Kettenrasseln und Glockengeläut vertrieb. Die großkalibrigen Handböller werden in kunstvoll abgestimmten Schussfolgen abgefeuert, die zwischen den Bergen weithin hallen. Die Weihnachtsschützen in Berchtesgaden sind übrigens immaterielles bayerisches Kulturerbe: Die rund 3.000 in Vereinen organisierten Schützen zelebrieren das lautstarke Böllern aus Überzeugung und mit großer Leidenschaft.